ZIELGRUPPE

Der Preis richtet sich an Absolvent*innen von Masterstudiengängen mit Bezug zu den Technikwissenschaften (z.B der Ingenieurwissenschaften, Mathematik, Informatik, etc.) an einer Hochschule in NRW.

Gegenstand der Auszeichnung und Preis

Als Preisträger*in wird ein*e Absolvent*in eines Masterstudienganges ausgezeichnet. Neben den Preisträger*innen werden drei Finalist*innen eines Masterstudienganges ausgezeichnet.

Bewerbungsphase

Die Bewerbungsphase für den vierten Open Aachen- Preis hat begonnen.

Vom 1. April – 30. Juni 2026 haben Sie die Möglichkeit, sich zu bewerben.




 

Was ist der Open Aachen Preis?

Die 17 Sustainable Development Goals (SDGs) der UN, welche sich u.a. für Umweltschutz, verbesserte Grundversorgung , Infrastruktur und Innovation, Armutsbekämpfung sowie Geschlechter- und Bildungsgerechtigkeit aussprechen, zeigen auf, dass aktuelle wie zukünftige Herausforderungen gesamtgesellschaftlich und intersektional betrachtet werden müssen. Dabei wird das Engagement diverser Akteur*innen und deren innovative wie kreative Offenheit benötigt, um nachhaltige Lösungen für besagte Herausforderungen zu finden.

Dass sich im Kontext dieses gesteigerten Problem- und Herausforderungsbewusstseins auch die Bedeutung der Technikwissenschaften für die gesellschaftliche Entwicklung steigert, lässt sich daran erkennen, dass genau diese Bedeutung intensiver und plattformübergreifender diskutiert wird.

Was sich dabei bereits als diskursiver Konsens diese Prozesses herauskristallisiert hat, ist „[die] Erkenntnis , dass Naturwissenschaft und Technik wesentliche Gestaltungsfaktoren des modernen Lebens und der Gesellschaft in Gegenwart und Zukunft darstellen, [wodurch] sich Ingenieur*innen [zunehmend] ihrer besonderen Verantwortung bewusst sind [sind] [1]. Daraus resultiert die Notwendigkeit , Ingenieur*innen für die besagten Herausforderungen unserer Gesellschaft sowie für die dabei immer mehr intensivierende inter- und transdisziplinäre Zusammenarbeit zu sensibilisieren.

Genau deshalb hebt der aktualisierte CDIO Syllabus [2,3] als Grundlage für Ingenieurstudiengänge die Relevanz von „Ethik, Gerechtigkeit und anderen Verantwortlichkeiten“ als Ziele für eine moderne Ingenieurausbildung besonders hervor. Zusätzlich adressieren auch die UN innerhalb ihrer Agenda 2030 und im Rahmen der zugehörigen SDGs explizit die Herausforderungen , die sich aus diesem Umstand an Bildung für eine nachhaltige Entwicklung ergeben.


[1] VDI VEREIN DEUTSCHER INGENIEURE. 
ETHISCHE GRUNDSÄTZE DES INGENIEURBERUFS. DÜSSELDORF, 2002. ONLINE:  HTTPS://WWW.VDI.DE/FILEADMIN/PAGES/MEIN_VDI/REDAKTEURE/PUBLIKATIONEN/VDI_ETHISCHE_GRUNDSAETZE.PDF (23.07.2021).  

[2] E. F. CRAWLEY, J. MALMQVIST, W. A. LUCAS AND D. R. BRODEUR, THE CDIO SYLLABUS V2.0. AN UPDATED STATEMENT OF GOALS FOR ENGINEERING EDUCATION, PROCEEDINGS OF THE 7TH INTERNATIONAL CDIO CONFERENCE , TECHNICAL UNIVERSITY OF DENMARK, COPENHAGEN, 20 – 23 JUNE 2011, 2011.

[3] E. F. CRAWLEY, J. MALMQVIST, S. ÖSTLUND, D. R. BRODEUR AND K. EDSTRÖM, RETHINKING ENGINEERING EDUCATIONTHE CDIO APPROACH , SPRINGER, SWITZERLAND, 2014..

Geschäftsführender Vorstand

Julia Berg-Postweiler

Geschäftsführender Vorstand

Vorstandsmitglied

Neuigkeiten

Preisträger Stefan Groß und Finalistin Michelle Görlitz präsentieren ihre Urkunden.
Wie lässt sich Inklusion am Arbeitsplatz kostengünstig und praktisch umsetzen? Dieser Frage ging Stefan Groß in seiner Masterarbeit „Konzeptentwicklung eines kostengünstigen Kombi-Greifers für kollaborative Arbeitsplätze“ nach. Dafür wurde ihm am 11. Mai 2026 der mit 2.500€ dotierte „Open Aachen Preis für soziale Verantwortung in Technik- und […]
Auch in diesem Jahr freuen wir uns, die Eröffnung der Bewerbungsphase für den Open Aachen-Preis 2027 bekannt zu geben. Der Open Aachen-Preis für soziale Verantwortung in Technik- und Innovationsprozessen wird bereits zum vierten Mal ausgeschrieben. Mit diesem Preis werden herausragende Masterarbeiten ausgezeichnet, die sich mit sozialer […]
Stehtisch mit Flyern für den Verein Open Aacehn e.V., Keksen und Salzstangen.
Bereits zum dritten Mal wird am Montag, den 11. Mai 2026, der Open Aachen Preis für soziale Verantwortung in Technik- und Innovationsprozessen verliehen. Der Verein Open Aachen e.V. freut sich auch in diesem Jahr wieder darauf, herausragende Abschlussarbeiten, die sich mit Fragen der sozialen Verantwortung in […]

Ausgezeichnete Arbeiten

Preisträger*in des 3. OAC-Preises Stefan Groß

Die Masterarbeit verfolgt die Idee, durch kollaborative Robotik die Integration von Menschen mit Behinderungen in den ersten Arbeitsmarkt zu verbessern. Ein wesentliches Hindernis für die Umsetzung entsprechender Arbeitsplätze sind jedoch die hohen Kosten bisheriger Systeme. Als Lösungsansatz wurde ein Kombi-Greifer entwickelt, der mechanische und vakuumbasierte Greifprinzipien in einem System vereint und so den Bedarf an mehreren spezialisierten Greifern sowie die erwarteten Anschaffungs- und Betriebskosten reduziert. Das Konzept wurde nach Methoden der systematischen Produktentwicklung entworfen, prototypisch umgesetzt und in ersten Versuchen erprobt.

Finalist*in des 3. OAC-Preises Michelle Görlitz

In der Masterarbeit zum Thema Technologie Paternalismus wird untersucht, wie paternalistische, KI-basierte Entscheidungsunterstützungssysteme als solche wahrgenommen werden und welche Auswirkungen dies auf die wahrgenommene Autonomie und die Reaktanz von Nutzer*innen hat. Die Ergebnisse der empirischen Studie zeigen, dass Wahrnehmungen von Bevormundung einen wesentlichen Einfluss auf die Reaktionen gegenüber KI-Systemen haben. Die Arbeit liefert wichtige Impulse für die Gestaltung von Technologien, die Autonomie respektieren und zugleich wirksam unterstützen. Insgesamt zielt sie darauf ab, einen Beitrag zur menschzentrierten und verantwortungsbewussten Entwicklung KI-basierter Entscheidungsunterstützungssysteme zu leisten.

Preisträger*in des 2. OAC-Preises Hanna Kersting

Die Arbeit beleuchtet die Rolle gesellschaftlicher Akzeptanz für den erfolgreichen Ausbau erneuerbarer Energieinfrastruktur in Deutschland. Dazu wurden, basierend auf einer empirischen Datenerhebung, akzeptanzrelevante Faktoren für den geografischen Ausbau von Windkraftanlagen, Photovoltaiksystemen und Verteilungsnetzen identifiziert und gewichtet, um eine frühzeitige Integration sozialer Perspektiven in technische und politische Entwicklungsprozesse zu ermöglichen. Die Ergebnisse der Arbeit heben den Wunsch nach einer sozialverträglichen, transparenten und dialogorientiertgestalteten Energiewende hervor, wobei insbesondere die Gewährleistung von Versorgungssicherheit und – gerechtigkeit als zentrale Voraussetzung für die Akzeptanz erneuerbarer Infrastrukturprojekte gesehen wird.

Finalist*in des 2. OAC-Preises Lorraine Saju

Die Masterarbeit setzt sich mit der gesellschaftlichen Herausforderung der Desinformation auseinander, indem die Fähigkeiten von large language models (LLMs) für die automatisierte Faktenprüfung über Sprachen und Themen hinweg bewertet werden. Hierfür wurde ein neuer, dynamisch erweiterbarer Datensatz mit über 61.000 Angaben entwickelt, der kontinuierlich mit neuen Inhalten aktualisiert werden soll. Im Gegensatz zu bestehenden statischen Referenzwerten ermöglicht dieser Datensatz zeitigere, global relevante Bewertungen von Faktenprüfungssystemen. Die Analyse zeigt, dass aktuelle LLMs zwar leistungsstark sind, jedoch häufig Schwierigkeiten mit sachlichen Aussagen und unterrepräsentierten Sprachen haben, was Bedenken hinsichtlich Fairness und Zuverlässigkeit aufwirft. Indem diese Einschränkungen thematisiert werden und ein nachhaltiges Forschungsinstrument bereitgestellt wird, wird der verantwortungsvolle Einsatz von KI gefördert und inklusivere und vertrauenswürdigere digitale Infrastrukturen unterstützt – unerlässlich für demokratische Resilienz und nachhaltige Entwicklung.

Finalist*in des 2. OAC-Preises Laila Wegner

Verortet an der interdisziplinären Schnittstelle aus Ethik und Informatik, adressiert die Masterarbeit „Egalitarismus in der dritten Welle der algorithmischen Gerechtigkeit“ gesamtgesellschaftliche Herausforderungen, die durch die Anwendung von algorithmischen Entscheidungsfindungen entstehen, und bezieht dabei die aktuelle Forschung zu algorithmischer Fairness sowie philosophische Grundlagen zur Konzeption von Gerechtigkeit ein. Dabei wird ein besonderer Fokus auf die Lehren der relationalen Gerechtigkeit, d.h. Theorien sich auf zwischenmenschliche Beziehungen und Machtdynamiken fokussieren, gelegt. Diese Perspektive bildet die Grundlage für die systematische Literaturanalyse, in der relationale Ansätze innerhalb Algorithmischer Fairness untersucht und dabei unzureichend erforschte Themen identifiziert werden. Die Ergebnisse der Literaturanalyse werden schließlich im Kontext von algorithmischen Entscheidungen im Personalmanagement diskutiert. Dabei wird normativ argumentiert, inwiefern die bedingungslose Wertschätzung menschlicher Vielfalt im Kontrast zu der grundlegenden Methodik von algorithmischen Entscheidungssystemen – die Extraktion von Mustern und Ähnlichkeiten-steht.

Preisträger*in des 1. OAC-Preises Verena Hortmanns

Die Masterarbeit beschäftigt sich mit dem Themenkomplex der gesteigerten Bedeutung von Kompetenzen, jenseits des rein fachlichen Bereiches von Ingenieur*innen. Die wissenschaftliche Relevanz der Arbeit besteht darin, den Handlungs- und auch Forschungsbedarf bezüglich einer optimierten Ausbildung von Ingenieur*innen und Möglichkeiten zur Verbesserung durch die Mitarbeit bei Ingenieure ohne Grenzen e.V. (IoG) aufzuzeigen. Es werden Optionen aufgeführt, wie die Praxis verändert werden könnte, um die Ziele der Hochschulbildung zu erreichen und der höheren Bedeutung von Technikwissenschaften für die gesellschaftliche Entwicklung gerecht zu werden.

Finalist*in des 1. OAC-Preises

Diese Masterarbeit in der Architektur verfolgt das Ziel, queere Räume in Aachen zu erfassen und ihr Potential für zukünftige Stadtentwicklungsprozesse sichtbar zu machen. Im Angesicht ihrer ambivalenten Lebensrealität zwischen inklusiven Bestrebungen und diskriminierendem Verhalten in der Gesellschaft haben queere Menschen sich in der Historie unterschiedliche Arten von Räumen als ‚safe spaces‘ selbst kreiert. Solche Räume sind zentral geworden zum Austausch, Ausdruck und sogar zur politischen Organisation. Diese ‚versteckten Welten‘ in deutschen Städten sollen mit der Forschung sichtbar gemacht und ihr Lernpotential verdeutlicht werden. Dazu wurden diese sogenannten ‚queeren Räume‘ in einem ersten Schritt definiert und anschließend in Aachen geographisch und zeitlich verortet. Anhand von exemplarischen Beispielen wurden diese Räume dann in der Tiefe analysiert bevor das gesammelte Wissen geclustert und in Rückbezug zur Raumtheorie und ‚Queer Theory‘ erklärt. Diese kritische Analyse der Schaffung von queeren Räumen kann den Disziplinen der Stadtplanung und Architektur wichtige Erkenntnisse und Lektionen anbieten.

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