Preisträger Stefan Groß und Finalistin Michelle Görlitz präsentieren ihre Urkunden.

Wie lässt sich Inklusion am Arbeitsplatz kostengünstig und praktisch umsetzen? Dieser Frage ging Stefan Groß in seiner Masterarbeit „Konzeptentwicklung eines kostengünstigen Kombi-Greifers für kollaborative Arbeitsplätze“ nach. Dafür wurde ihm am 11. Mai 2026 der mit 2.500€ dotierte „Open Aachen Preis für soziale Verantwortung in Technik- und Innovationsprozessen“ verliehen. Der Preis würdigt Abschlussarbeiten, die soziale Aspekte technikwissenschaftlicher Innovationen in den Vordergrund rücken.

Im Rahmen der ausgezeichneten Arbeit wird ein Kombi-Greifer entwickelt, der die Integration von Menschen mit Beeinträchtigung in den Arbeitsmarkt mithilfe kollaborativer Robotik verbessert. Der Schwerpunkt liegt hierbei besonders auf einem kosteneffizienten Prinzip, bei dem ein Kombi-Greifer die Anschaffung von drei bis vier einzelnen Geräten ersetzt.

Als Preisträger erhielt Stefan Groß auch ein Gemälde der Lebenshilfe in Aachen, überreicht von Prof. Carmen Leicht-Scholten. (Foto: C. Heintz)

Neben dem Preisträger wurde auch die Finalistin Michelle Görlitz für ihre Masterarbeit „Technology Paternalism and the Reactance Deficit – Are Our Natural Protective Mechanisms Failing Us?“ ausgezeichnet. Sie stellte die Frage, wie paternalistische, KI-basierte Entscheidungsunterstützungssysteme als solche wahrgenommen werden und welche Auswirkungen dies auf die wahrgenommene Autonomie und die Reaktanz von Nutzer*innen hat.

Auch ihre Arbeit war herausragend: Michelle Görlitz erhält als Finalistin ein Preisgeld von 500€. (Foto: C. Heintz)

Verliehen wird der Preis vom Verein Open Aachen – Verein für sozial innovative und verantwortliche Entwicklung e.V., der das Anliegen verfolgt, soziale Verantwortung in Technik- und Innovationsprozessen sichtbar zu machen und herausragende Abschlussarbeiten in diesem Bereich zu fördern. Mit dem OAC-Preis werden Abschlussarbeiten ausgezeichnet, die in herausragender Weise zeigen, dass technische Innovationen mit gesellschaftlichen Perspektiven zusammengedacht werden.

Eröffnet wurde die feierliche Veranstaltung von Professorin Carmen Leicht-Scholten, Direktorin des RRI Hubs der RWTH Aachen sowie Vorstandsmitglied und Initiatorin von Open Aachen e.V. In ihrer Rede betonte sie die fächerübergreifende Relevanz des Preises: Sei es in der Architektur, dem Bauingenieurswesen, dem Maschinenbau oder der Informatik, soziale Verantwortung müsse in allen Disziplinen mitgedacht werden.

Prof. Carmen Leicht-Scholten initiierte den Verein Open Aachen e.V. um soziale Verantwortung in der Technikwissenschaft sichtbarer zu machen. (Foto: M. Mirsch)

Passend zur Thematik der ausgezeichneten Masterarbeit hielt in diesem Jahr die Professorin Dr. Sina Eghbalpour, stellvertretende Vorsitzende des Inklusionsbeirates der Städteregion Aachen, eine digitale Laudatio. Für sie bedeute Inklusion, dass alle Menschen, unabhängig von individuellen Herausforderungen oder Einschränkungen, selbstverständlich in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens teilhaben können. Dies soll nicht die Ausnahme sein, sondern gelebte Normalität.

Auch die Prorektorin der RWTH Aachen, Professorin Dr. Ute Habel, betonte in ihrer Abschlussrede die Relevanz von gesellschaftlichen Fragestellungen in den Technikwissenschaften:

„Wir haben Arbeiten ausgezeichnet, die uns zeigen, dass technische Entwicklungen auch mit gesellschaftlicher Verantwortung einhergehen. Sie sind keine Gegensätze, im Gegenteil: Sie gehören untrennbar zusammen.“

Prorektorin der RWTH Aachen Prof. Ute Habel hielt die Abschlussrede der Preisverleihung. (Foto: M. Mirsch)

Jetzt bewerben: Ausschreibungsphase für den vierten OAC-Preis läuft bereits

Die Ausschreibungsphase für den vierten Open Aachen-Preis ist bereits angelaufen. Noch bis zum 30. Juni 2026 können sich Absolvent*innen aus ganz NRW, deren Masterarbeiten sich mit Fragen der sozialen Verantwortung in den Technikwissenschaften beschäftigen, auf diesen Preis bewerben.

Tags